Italien in der Schuldenmisere

© Gina Sanders - Fotolia.com

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Erleicherung ging um die ganze Welt, als der Ära Berlusconi offiziell vergangene Woche ein Ende gesetzt wurde. Doch gerettet ist Italien damit keineswegs: Die Zinsen für das mit Staatsanleihen hochverschuldete Land steigen weiter. Wird Italien das nächste Griechenland?

So titelte auch die einflussreiche italienische Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore am vergangenen Donnerstag: “Beeilt euch” als Appell an die Politik, mit schnellen Reformen eine Wirtschaftskrise in Italien zu verhindern. Am vergangen Mittwoch wurde zum ersten Mal die sieben Prozent Zinsmarke geknackt, wenn sich Italien noch weiteres Geld leihen möchte. Tendenz steigend. Nach Einschätzung des Fondmanagers Andrew Bosomworth von der Allianz Tochter Pimco hätte Italien spätestens damit seinen Marktzugang und seine Wettbewerbsfähugkeit verloren. Wer irgendwie kann, zieht nun sein Kapital aus Italien zurück.

Ein Teufelskreis: Denn je mehr Geld zurückgenommen wird, umso stärker steigen natürlich die Zinsen und umso wahrscheinlich wird es, dass Italien schließlich seinen Schulden gar nicht mehr nachkommen kann. Schon im März 2010 hatte die italienische Regierung unter Berlusconi ein Sparpaket in Höhe von 24 Milliarden Euro geschnürt, gleichzeitig drei Milliarden Euro an Staatsanleihen verkauft. Im Juli 2011 untersuchte die Ratingagentur Moody’s Italien, im Mai dann stufte die Agentur S&P die Kreditwürdigkeit Italiens zurück.

Allein im kommenden Jahr muss Italien 300 Milliarden Euro Schulden stämmen – hergezaubert werden kann das Geld jedenfalls nicht. Wenn für das Land dann immer noch so hohe Zinsen fällig sind – und danach sieht alles aus – wird es unmöglich diese Summe aufzubringen und gleichzeitig den Haushalt zu sanieren.

Die Wirtschaftskrise in Europa zeigt vor allem eins: Auch wenn es sich zunächst um nationale Probleme handelt, ist ein Markt nur dann zufrieden, wenn seine Währungsunion gestärkt wird – durch politische und wirtschaftliche Maßnahmen. Es besteht also noch dringender Handlungsbedarf, Europas Profil zu schärfen und seine Gemeinschaft zu stärken.

14. November 2011 von Vinnie
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